Artikel aus den Lokalnachrichten des Teckboten vom 24. Januar 2004

KULTURDENKMAL / Stiftsscheuer wird verkauft
Gute Referenzen


Die Kirchheimer Stiftsscheuer soll aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden. Vierzehn Prinzen hatten Interesse bekundet, zwei sind übrig geblieben und einer hat jetzt den Zuschlag erhalten.
BARBARA IBSCH
KIRCHHEIM Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist ein Kulturdenkmal, liegt aber der Stadt Kirchheim auf der Tasche. In Zeiten knaper Kassen wird dies nicht so gerne gesehen, so dass bei Rat und Verwaltung der Stadt der Entschluss reifte, die Stiftsscheuer zu verkaufen. Das betagte, unter seiner Patina aber sicher reizvolle Stück durfte allerdings nur in gute Hände kommen, lautete die Auflage, soll doch in bester Altstadtlage Dornröschen zu neuer Schönheit erblühen und nicht traurig dahinwelken.

Der Prinz ist gefunden. Der Kirchheimer Gemeinderat hat in jüngster Sitzung dem Verkauf der Stiftsscheuer an den Notzinger Karl-Hermann Voggel zugestimmt. Dieser hat vor, das Büro für seine Sanierungsfirma Bausan dort einzurichten. Für das Erdgeschoss ist damit eine gewerbliche Nutzung vorgesehen, die multifunktional so gestaltet werden soll, dass sowohl Büro/Verkaufsflächen als auch eine gastronomische Nutzung möglich ist. Im Dachgeschoss kann sich der Investor individuell gestaltete Galeriewohnungen vorstellen.

Als weiterer Bewerber war ein Heilbronner Bauunternehmen aufgetreten, das für Stiftsscheuer samt Grundstück nur einen symbolischen Preis bezahlen wollte und auf Sanierungszuschuss setzte. Der Notzinger Anbieter hatte sich bereiterklärt, den Verkehrswert für das Grundstück zu bezahlen. Mit einem Sanierungszuschuss darf er wohl rechnen.

Für Karl-Hermann Voggel hatten letztendlich drei Punkte gesprochen: die finanziellen Aspekte, die teilweise Eigennutzung des Objekts und die sehr guten Referenzen, zu denen beispielsweise die Sanierung des Farrenstalls in Frickenhausen sowie die Sanierung der Alten Kelter in Notzingen gehören.

Der Beschluss, die Stiftsscheuer an ihn zu verkaufen, fiel einstimmig. Jetzt soll die Verwaltung die Modernisierungsvereinbarung und den Grundstücksvertrag vorbereiten.